Im Interview: Frau Damisi – Engagiert sich beim DRK

Frau Damisi erzählen Sie uns doch zunächst, wie Sie zu Ihrem Engagement beim DRK gekommen sind! 

Blutspenden gehe ich schon seitdem ich spenden darf. Ich komme gebürtig aus dem Harz und damals war der Gang zur örtlichen Blutspende in meinem Freundeskreis ein schönes Ritual. Wir verabredeten uns für diesen Tag, um gemeinsam dorthin zu gehen und saßen dann oft noch lange nach der Spende am Büfett und haben bei Kaffee und Kuchen gequatscht.

Leider erkrankte mein Mann vor ein paar Jahren an Krebs. In dieser Zeit brauchte er oft Blutkonserven. Heute ist er zum Glück wieder gesund, aber zu erfahren wie schnell es geht, dass man selbst mal so sehr auf die Hilfs- bzw. Spendenbereitschaft von anderen angewiesen ist, das hat etwas in mir verändert. So kam es, dass ich 2014 auf einem Dorffest Dörte Meyer die Vorsitzende des DRK Ortsvereins gefragt habe, ob und wie ich helfen kann. 
Seitdem bin ich dabei und neben dem Gefühl anderen Menschen zu helfen kann ich sagen, dass es auch unser Leben als Familie bereichert hat. Wir waren ja zugezogen und hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele Kontakte und durch mein Engagement im Dorfverein sind wir mittlerweile gut in der Dorfgemeinschaft integriert! 

Sie sind also in diesem Jahr 10 Jahre dabei! Wie verbinden Sie Ihr Ehrenamt mit Familie und Beruf?

Jetzt wo Sie es sagen, tatsächlich sind es dieses Jahr 10 Jahre! Ach, ich sehe da kein großes Problem mit der Vereinbarkeit. Ich bin nur halbtags berufstätig und wenn wir besondere Sitzungen oder Einsätze haben, dann werden diese meist so geplant, dass es für jeden passt.

Bei meiner Familie ist es tatsächlich noch einfacher, da sowohl mein Mann als auch meine Tochter oft mit dabei sind! Meine Tochter ist jetzt 15 und betreut zum Beispiel unseren Instagram Account und unterstützt bei den Blutspenden. Da bin ich sehr stolz auf sie, dass sie sich in ihren jungen Jahren schon so für Andere einsetzt!

Im Vorgespräch sagten Sie, dass Sie in Ihrer Ortsgruppe mit ihren 50 Jahren die Jüngste wären. Suchen Sie Nachwuchs?

Ja, wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die aktiv mithelfen! Und gerade bei den 2–3 Blutspendeaktionen pro Jahr brauchen wir auch immer mal jemand, der mit anpacken kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn in Zukunft auch jüngere Menschen sich unserem Team anschließen!

Unabhängig vom DRK. Wie könnte man Ihrer Meinung nach mehr Menschen dazu bewegen regelmäßig Blut zu spenden?

Puh, das ist eine schwierige Frage! Da bin ich tatsächlich überfragt. Vielleicht haben viele Menschen Ängste im Zusammenhang mit der Spende? Ich weiß es nicht. Was ich sagen kann ist, dass unser Ortsverein versucht den Spenderinnen und Spender einen konkreten Mehrwert zu bieten bei der Spende. Wir geben uns bei dem Büfett sehr viel Mühe und bieten hier unterschiedliche Snacks an. Wir achten sogar darauf, dass für Vegetarier und Veganer etwas dabei ist! Die Zeiten, in denen es nur das klassische Mettbrötchen nach der Spende gab, sind bei uns eindeutig vorbei (lacht)! 

Außerdem versuchen wir die Blutspende an sich zu einem kleinen Event zu machen. Vor einigen Jahren haben wir mal eine Kooperation mit der Grundschule Sülfeld gehabt. Ich habe mit den Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Koch-AG ein Teil das Büfett vorbereitet. Viele Schülerinnen und Schüler kamen daraufhin mit ihren Eltern zu Blutspende. Für die Kinder hatten wir extra eine Kinderbetreuung organisiert, sodass alle gut versorgt waren. Das war tatsächlich eine Blutspendeaktion, die sehr erfolgreich war und an die ich gern zurückdenke.

Wo wir grad von schönen Erinnerungen sprechen. Gibt es ein Erlebnis im Rahmen Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit was Ihnen da spontan einfällt? 

Hm, tatsächlich ein Seniorenoktoberfest, welches wir in der Mehrzweckhalle organisiert haben. Eine Dame sagte damals zu uns „Ich hoffe, dass für Euch später auch mal jemand da sein wird, der so einen schönen Nachmittag organisiert.“ In diesem Satz steckte so viel Dankbarkeit und Wertschätzung, dass mir heute noch warm ums Herz wird, wenn ich daran zurückdenke! Für uns war das damals gar kein so großer Aufwand diesen Nachmittag zu organisieren, aber für die älteren Menschen war es glaub ich wirklich ein besonders schönes Erlebnis. 

Sind es diese Erlebnisse von denen Sie erzählen, wenn es im Freundeskreis auf das Thema Ehrenamt kommt? Wie überzeugen Sie andere vom ehrenamtlichen Engagement?

Meist mache ich Mut es einfach mal auszuprobieren! Unser Team im Ortsverein ist wirklich sehr nett und jeder ist in seinem Engagement ja flexibel und kann selbst bestimmen, wie viel Zeit er einbringen kann und möchte. Letztendlich hilft jeder, der vielleicht auch nur mal eine halbe Stunde beim Aufbau der nächsten Blutspende hilft. Die Arbeit verteilt sich dann auf mehreren Schultern und damit ist ja allen geholfen.

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