Rouven Heling – Ehrenamtlicher Einsatzleiter bei der Wolfsburger DLRG

Herr Heling 1996 kamen Sie zu der DLRG vermutlich damals noch als Jugendlicher. Was hat Sie bewegt sich als Rettungsschwimmer ausbilden zu lassen und am Allersee regelmäßig das Badegeschehen zu überwachen?

Ich bin damals über das Feriensportprogramm der Stadt auf die DLRG gestoßen, man konnte einen ganzen Tag an der Wasserrettungsstation am Allersee miterleben. Hier wurde mir erklärt, was Wasserrettung überhaupt ist, man konnte auf den Rettungsturm klettern und eine Runde mit dem Motorrettungsboot mitfahren. Nach diesem Tag stand für mich fest, „das muss ich auch machen“. So bin ich bei der DLRG gelandet.

Die Rettungsschwimmerausbildung scheint ja Ihren Ehrgeiz geweckt zu haben. Sie berichteten im Vorgespräch, dass Sie in den Jahren danach auch noch zum Wasserretter, Sanitäter usw. ausbilden ließen. Woher kommt diese Motivation? Brauchen Sie diese Qualifikationen alle in ihrem Tagesgeschäft bei der DLRG hier in Wolfsburg?

Definitiv ja! Ich habe schnell gemerkt, dass ich in der DLRG noch viel mehr lernen kann und mich in vielen Bereichen Fortbilden kann. Für mich ist es immer wichtig, etwas Neues zu lernen und vorhandenes Wissen zu erweitern.

Viele der Qualifikationen gehören einfach dazu. Ich möchte schon wissen, wovon ich spreche, bzw. jungen Kräften auch mit entsprechendem Fachwissen begegnen können, um sie auf ihrem Weg in der DLRG zu unterstützen.

Seit 2007 sind Sie nun im örtlichen Vorstand als Leiter der Einsatzdienste. Wie viele Kollegen bzw. Dienstpläne sind es denn, die Sie dort koordinieren?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte schwankt von Jahr zu Jahr ein wenig. Über das Jahr verteilt unterstützen uns als DLRG im Schnitt 45 bis 60 Kräfte. Ich koordiniere hier dann die Führungskräfte, welche sich eigenständig ihre Mannschaft für das Wochenende am Allersee zusammenstellen.

Für die anderen Bereiche, wie den Katastrophenschutz oder die Veranstaltungsbetreuung gibt es keine Dienstpläne, denn diese sind nicht planbar. Werden wir als DLRG alarmiert, dann wird der Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit abgearbeitet. Das ist bei uns genauso, wie bei jeder anderen Blaulichtorganisation.

Was reizt Sie daran? Wenn man sich Ihre Qualifikationsagenda anschaut, scheinen Sie sonst eher nicht so der Schreibtischtyp zu sein.

Natürlich gehört die Arbeit am Schreibtisch zu meinem Amt dazu. Sie haben aber recht, ich bin lieber mit meinem Team zusammen im Einsatz. Die Ausbildungsgänge und Qualifikationen, welche ich über die Jahre absolviert habe, gehören für mich mit dazu. Ich halte es super wichtig, als Führungskraft ein fundiertes Fachwissen zu besitzen und nur das von meinen Kräften zu verlangen, was ich auch selber bereit bin zu tun.

Neben der Wasserrettung engagieren Sie sich beim DLRG nach eigenen Angaben auch im Bereich des Katastrophenschutzes und der Veranstaltungsbetreuung. Haben Sie hier ein besonderes Erlebnis an das Sie gerne zurückdenken, oder was Sie besonders bewegt hat?

Ja, das gibt es. Vor vielen Jahren waren wir beim Elbehochwasser im Einsatz. Als wir in unserem Bereitstellungsraum eine Pause machten, kamen ganz plötzlich viele Bewohner mit frischen belegten Brötchen, Kaffee, Getränken und Süßigkeiten zu uns auf den Platz, um sich für unseren Einsatz zu bedanken. Viele von Ihnen hatten durch das Hochwasser selbst große Probleme, aber dennoch versorgten Sie uns. Diese unglaubliche Dankbarkeit kann ich bis heute nicht vergessen.

25 Stunden pro Woche engagieren Sie sich nach eigenen Angaben ehrenamtlich bei der DRLG neben Ihrem Job als Informationselektroniker. Bleibt da noch genug Zeit für das Privatleben?

Manchmal ist es nicht ganz einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Mein großer Vorteil ist, dass meine Freundin ebenfalls in der DLRG Wolfsburg aktiv ist und genau wie ich, mit dem „Helfergen“ infiziert ist. So können wir unsere Freizeit gemeinsam aktiv und sinnvoll nutzen.

Natürlich stehen Beruf und Familie immer an erster Stelle, denn die DLRG als ehrenamtlicher Verein zahlt mir nicht mein Gehalt. Hier bleibt dann auch mal etwas liegen, wenn es beruflich oder familiär etwas Wichtigeres zu erledigen gibt.

Ganz wichtig ist mir allerdings, dass ich die volle Unterstützung durch meinen Arbeitgeber – der Termath AG in Bezug auf mein Ehrenamt habe.

Es ist Winter – wie unterscheiden sich die Aufgaben bzw. das Einsatzgeschehen bei der DLRG denn zum Sommer?

Im Winter ist es meist etwas ruhiger. Hier müssen an den Wochenenden keine Wasserrettungsdienste und wenig Veranstaltungen betreut werden. In der Wintersaison sind wir viel mit Aus- und Fortbildungen, Materialpflege sowie Planungen und Projekten beschäftigt.

Unsere letzte Frage bezieht sich immer auf die Werbung fürs Ehrenamt. Wenn Sie bei einem Geburtstag ein Gespräch zum Thema Ehrenamt mitbekommen, schalten Sie sich ein und werben aktiv für ein Engagement? Wenn, ja mit welchen Argumenten?

Ja! Meiner Meinung nach sollte jeder sich in einem Ehrenamt engagieren! Ganz egal, was. Es gibt eine soooo große Auswahl an Möglichkeiten, da findet sich für jeden etwas Passendes.

Für mich sie die besten Argumente immer: Teamwork, Spaß, sinnvolle Freizeitbeschäftigung und vor allem etwas Gutes tun. Meistens verweise ich einfach auf unsere Homepage: wolfsburg.dlrg.de. Hier kann jeder interessierte viele weitere Informationen über uns und unsere Arbeit finden. Oder noch einfacher: Sprecht uns einfach persönlich an! Ich glaube jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, braucht keine großen Argumente um zu überzeugen. Man erzählt einfach aus dem Leben.

 

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